Zeugnis Igor Bondarenko, 28 Jahre

 

 

  Mit 28 Jahren war mein Leben restlos zerstört. Bis dahin hatte ich nichts erreicht. Mein Leben bestand aus blankem Betrug, Einsamkeit, Depressionen, Degeneration, Enttäuschung und Tränen meiner Eltern. Es gab ständig Probleme mit dem Gesetz, Gefängnisaufenthalte und Selbstmordgedanken. Es stellt sich die Frage nach dem Grund. Die Antwort ist einfach: Rauschgift. Es hat mein Leben zur Hölle gemacht.

  Angefangen hat alles ganz früh: im Alter von 13 Jahren habe ich mit dem Rauchen von Zigaretten begonnen und mit Freunden Alkohol getrunken. Damals wollte ich erwachsen und unabhängig sein. Dadurch kam es zu Konflikten mit den Eltern. Ich flüchtete von Zuhause, vor denen, die, wie es mir schien, mir „meine Freiheit“ einzuschränken oder „ihre altmodische Politik“ aufzubürden versuchten. Ich lebte bei Freunden, in Kellern oder Heizungsschächten. Mein Lebensunterhalt habe ich mit kleinen Diebstählen bestritten. Wenn ich Geld besaß, gab ich es für Zigaretten, Alkohol und Vergnügen mit Freunden aus. Da ich mich nicht immer selbst versorgen konnte, fädelte ich es so ein, dass ich bei der Oma leben durfte, die mich aufgrund ihres Alters und ihres gutmütigen Herzens nicht so einschränken konnte wie die Eltern. Entsprechend schwänzte ich die Schule und lernte letztlich gar nicht mehr, war auf der Straße mit den Freunden unterwegs, um kriminelle Sachen zu organisieren und durchzuführen. Für das „verdiente“ Geld kauften wir uns Zigaretten, Alkohol, „Gräschen“, Rauschgift. Schnell entstanden Probleme mit dem Gesetz. Mit 17 kam ich das erste Mal ins Kindergefängnis. Dort lernte ich nichts und zog keine Konsequenzen. Nach der Entlassung wurde ich noch ärgerlicher und böser auf alle und alles. Mein Alltag war aber schon von schweren Drogen wie Opium und Amphetamin geprägt. Über die Jahre ging es immer tiefer, meine Gesundheit verschlechterte sich, meinen Eltern wurde ich absolut fremd und meine Freunde wollten von mir nichts mehr wissen. Mein Leben war ein ständiges Suchen nach der nächsten Dosis, ein Versteckspiel mit den Polizeibeamten, Flucht und Verstecke. Mit 26 kam ich das zweite Mal ins Gefängnis, doch auch nach der Freilassung betäubte ich mich wieder mit Rauschgift.

  Ich denke, dass es keinen Rauschgiftsüchtigen gibt, der tief im Herzen nicht davon träumt, vom Rauschgift frei zu werden, „abzuspringen“. Was ich nicht alles versuchte, um das zu erreichen: meine eigene Kräfte, Medikamente, klassische medizinische Hilfe und nichttraditionelle Medizin, aber es half nichts. Ich hatte viel von christlichen Rehazentren gehört, war aber skeptisch. Ich kannte Männer, die Hilfe erfahren hatten, fand den Wandel ihrer Einstellung von einem Extrem ins andere aber seltsam.

  Erst im Zustand völliger Hilflosigkeit und Niedergeschlagenheit entschloss ich mich, ins Rehazentrum zu fahren. Im Rehazentrum „Dom Sweta“ traf ich Männer mit ähnlichem Schicksal wie dem meinen. Sie nahmen kein Alkohol oder Rauschgift, aber sie freuten sich des Lebens, ihre Augen leuchteten und sie waren bereit zu helfen. In diesem Haus und mit diesen Menschen habe ich den lebendigen Gott erkannt und eine persönliche Beziehungen mit ihm aufgebaut. Er schenkte mir Freiheit und einen neuen Lebenssinn. Das Rehaprogramm habe ich beendet und mich zum Bleiben entschlossen, um anderen abhängigen Menschen zu helfen.

  Ich bin Gott dankbar, dass er mir seine rettende Hand und ein neues Leben gab. Er schenkte mir Glauben an ihn, Freude am Leben und Liebe zu den Menschen.

  Amen